AV8
Funktionales Kokoswasser aus der Dose, das die Kategorie aufmischen will.
In Köln wollen Luca Jelin de Weber, Paul-Henri Eichhorn und Mark Mühürcüoglu mit ihrer AV8 Hydration GmbH Kokoswasser zum Lifestyle einer ganzen Generation machen. Der Bezug zum Produkt kommt über Lucas brasilianische Wurzeln, wo frisches Kokoswasser zum Alltag gehört. Im Sortiment steht ein pures Kokoswasser sowie, nach eigenen Angaben, das weltweit erste ballaststoffreiche Kokoswasser in den Sorten Ananas, Mango und Wassermelone. Verarbeitet wird eine einzige Zutat aus einer einzigen Quelle, frisch in Vietnam abgefüllt, ohne Zuckerzusatz und nicht aus Konzentrat. Den bisherigen Kokoswasser-Markt fanden die Gründer schlicht zu langweilig, ihre Antwort ist ein Getränk, das Hydration mit funktionalem Mehrwert verbindet. Vertrieben wird über den eigenen Onlineshop sowie zunehmend stationär, nach eigenen Angaben bereits in über 50 Supermärkten in Deutschland. Bis 2031 will AV8 die führende Kokoswassermarke Europas werden.
Tom's Fermente / Sauerkult
Lebendig fermentierte Gemüse-Snacks aus Berlin, die im Beutel reifen.
In Berlin machen Tom Bödeker, Ansgar Miller und Albert Petry mit Tom's Fermente / Sauerkult lebendige Fermente alltagstauglich. Statt Sauerkraut und Kimchi, auf die der Markt für lebendige Fermente bislang faktisch beschränkt ist, gibt es handgemachte Snacks wie fermentierte Karotten-Sticks, Radieschen und Rote-Bete-Sticks, alle bio, roh und nicht pasteurisiert. Die Idee dahinter ist, jedes Gemüse fermentierbar zu machen, ohne die lebenden Kulturen wie sonst üblich totzukochen. Der eigentliche Clou steckt in der Forschung. Gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt das Team ein Verfahren, bei dem das Gemüse direkt in der Endverpackung fermentiert, ohne große Tanks und ohne Umfüllen. Nach eigenen Angaben sinkt die Fermentationsdauer so von über 30 Tagen auf rund drei.
Kamo
Alkoholfreies Funktionsbier für den Moment nach dem Sport.
In Berlin baut Kamo Labs eine eigene Getränkekategorie. Das von Jan-Philipp Biedermann, Christoph Kock und Paul Voß gegründete Unternehmen nennt sein Produkt Reward Drink. Gemeint ist ein alkoholfreies, funktionales Bier für den Moment direkt nach Training oder Wettkampf. Den Anfang macht kamo 45, ein alkoholfreies Craft Ale mit über 3.600 mg Elektrolyten pro Liter. Zuletzt kam mit kamo MG eine magnesiumangereicherte Variante im IPA-Stil dazu, gedacht für das Herunterkommen am Abend. Gebraut wird nach Unternehmensangaben über Wochen in einer kleinen bayerischen Brauerei, wobei die funktionalen Zutaten schon in den Brauprozess einfließen und nicht erst ins fertige Getränk. Vertrieben wird vor allem direkt über den eigenen Shop, flankiert von einer auffällig community-getriebenen Strategie aus Markenbotschaftern und eigenen Rad-Events wie dem Rennformat TAKEOVER. Kamo richtet sich an alle, die nach dem Workout etwas Gutes wollen, ohne sich zwischen Genuss und Regeneration entscheiden zu müssen.
Diiszwii
Handgemachte Dattelriegel ohne Zuckerzusatz aus der Schweiz.
In Schlieren bei Zürich beweisen Jacqueline Seiler und Stefan Kalberer, dass Süßes auch ohne raffinierten Zucker funktioniert. Ihre Manufaktur diiszwii KlG stellt unter der Marke Barohni Riegel und Pralinen her, deren Süße allein aus Datteln stammt. Verarbeitet werden sonnengetrocknete Datteln, Nüsse und Früchte, von Hand gerollt und abgefüllt. Einzelne Varianten wie ZH-Nickers oder Nounty bekommen zusätzlich einen Mantel aus 72 Prozent Dunkelschokolade. Alle Produkte sind Swiss Made, rein pflanzlich, glutenfrei und kommen ohne Zusatzstoffe aus. Auch bei der Verpackung bleibt das Team konsequent und setzt auf Etiketten aus 50 Prozent Grasfaser statt Plastik. Vertrieben wird über den eigenen Onlineshop sowie ein wachsendes B2B-Geschäft mit Geschenkboxen, Firmenpräsenten und White-Label-Produktion. Diiszwii richtet sich an alle, die bewusst naschen wollen, ohne dabei auf Geschmack zu verzichten.
CRAVERS
Vegane Haselnuss-Aufstriche, die es mit dem »You-Know-Who« der Schokocremes aufnehmen.
In Berlin haben Ozan Akkoyun, Arda Aşkın und Ersoy Kiraz mit CRAVERS eine Marke gebaut, die der Haselnuss die Hauptrolle gibt. Statt sie wie die Süßwarenindustrie als billige Zutat zu behandeln, machen die selbsternannten Hazelnut Nerds sie zum Star. Im Zentrum stehen Aufstriche aus bis zu 80 Prozent Tombul-Haselnüssen aus Nordanatolien, dazu kommen Energy Balls. Alles vegan, glutenfrei, ohne raffinierten Zucker und ohne Palmöl, mit einer bewusst kurzen Zutatenliste.
Erklärtes Vorbild und Gegner zugleich ist der bekannte Marktführer unter den Schokocremes, den CRAVERS mit einer ehrlicheren Rezeptur herausfordern will. Produziert wird mit einem lokalen Partner in der Türkei, der von vier Schwestern gegründet wurde und dessen Belegschaft zu über 80 Prozent aus Frauen besteht.
Bemerkenswert ist, dass das Berliner Unternehmen seinen Heimatmarkt lange links liegen ließ. Die großen Retail-Erfolge feierte CRAVERS zuerst im Ausland, mit einer landesweiten Listung bei Sprouts Farmers Market in den USA und Präsenz bei Holland & Barrett in den Benelux-Ländern. In Deutschland tauchten die Produkte erst spät im Regal auf, zuletzt mit dem Einstieg bei Budni. Adressiert wird eine junge, gesundheitsbewusste Zielgruppe, die naschen will, ohne sich dabei etwas vorzumachen.
PURE & GREAT
Müsli und Porridge ohne zugesetzten Zucker, dafür mit viel pflanzlichem Protein.
In Bensheim verfolgt das Vater-Sohn-Duo Tom Angotti und Daniel Margraf mit PURE & GREAT eine simple Idee. Beide sind sportbegeistert und fanden auf dem Markt kein Müsli, das proteinreich ist und gleichzeitig ohne zugesetzten Zucker, Süßstoffe, Aromen und Emulgatoren auskommt. Also entwickelten sie es selbst, zunächst in der heimischen Küche. Das Sortiment umfasst inzwischen rund neun vegane Müsli- und Porridge-Varianten, gesüßt allein über die natürliche Süße aus Früchten, teils in Bio-Qualität.
Hergestellt wird in Deutschland, ganz bewusst ohne vermeintlich harmlose Zusätze wie Apfelsaftpulver. Vertrieben wird über den eigenen Onlineshop und zunehmend stationär, unter anderem über mehrere EDEKA-Märkte. Adressiert werden fitnessbewusste Menschen und alle, die ein proteinreiches Frühstück ohne künstliche Zusätze suchen.
Pure&Fun
Bio-Snacks ohne Zuckerzusatz für Kinder, mit bekannten Filmhelden auf der Verpackung.
In Salzburg haben die beiden Väter Christian Eibl und Reinhold Hinterplattner mit Pure&Fun eine simple Beobachtung in ein Geschäftsmodell übersetzt. Kinder greifen zu den bunten, meist ungesunden Snacks, weil die gesunden Alternativen langweilig aussehen. Ihre Antwort waren bio-zertifizierte Snacks und Getränke ohne Zuckerzusatz, verpackt mit Lizenzmotiven aus bekannten Kinderserien wie PAW Patrol, Peppa Pig und den Minions. So sollen Kinder freiwillig zugreifen, ohne dass Eltern Verbote aussprechen müssen.
Anders als viele Food-Startups ging das Team nicht zuerst über den eigenen Onlineshop, sondern bemühte sich von Beginn an um Listungen im Lebensmitteleinzelhandel. In Österreich sind Ketten wie Spar, Billa und MPreis an Bord, in Deutschland kam unter anderem Rossmann dazu. Das Sortiment der dahinterstehenden Healthy Kids GmbH ist auf rund 65 Produkte gewachsen, von Hafer-Riegeln über Quetschies bis zu Fruchtsaftgetränken, und soll künftig um Nudeln, Kekse, Müsli und Porridge erweitert werden.
LOOSH
Zuckerfreie Elektrolyte für die Recovery, bevor der Schaden entsteht.
In Berlin drehen Sherin Maruhn und Charlotte Küppers mit ihrer LOOSH GmbH die Recovery-Logik um. Statt sich nach intensiven Tagen, harten Sessions oder langen Nächten zu erholen, soll man laut Startup vorher auftanken. Precovery nennen die beiden das. Verkauft werden zuckerfreie Elektrolyte plus Vitamine in praktischen Sticks, gesüßt mit Steviolglykosiden und mit Mineralstoffen wie Kalium und Magnesiumbisglycinat. Hergestellt wird in Deutschland, in Sorten wie Erdbeere-Minze oder Gurke-Zitrone.
Die Marke spielt bewusst gegen den klassischen Wellness-Ton an und richtet sich mit dem Claim »Recovery for the Reckless« an Menschen, die viel leisten und nicht jedes Mal mit Erschöpfung bezahlen wollen. Vertrieben wird konsequent D2C über den eigenen Shop, flankiert von Recovery-Events und einem eigenen Creator-Programm. Damit zielt LOOSH auf eine Zielgruppe, die zwischen Deadlines, Training und Nachtleben funktioniert und schnelle, alltagstaugliche Hydration sucht.
Beetroute
Ein KI-Shopping-Assistent, der Rezepte in fertige Einkäufe verwandelt.
In München arbeitet das u.a. von Pierre Möckel und Tobias D. gegründete Beetroute daran, den Lebensmitteleinkauf radikal zu vereinfachen. Der KI-gestützte Shopping-Assistent verwandelt Rezepte und Food-Content in fertige Warenkörbe bei großen deutschen Supermärkten. Nutzer geben ein, was sie brauchen, und die Software findet die passenden Produkte, abgestimmt auf Präferenzen, Allergien, Lieblingsmarken und Preis. Wer will, deckt damit seinen kompletten Einkauf in einem einzigen Supermarkt ab.
Das Produkt ist sowohl direkt über die eigene Website als auch in Partner-Apps wie Kitchen Stories nutzbar, mit der Beetroute zuletzt kooperiert hat. Gegenüber Händlern sowie Apps und Creatorn positioniert sich das Unternehmen zusätzlich als Affiliate-Plattform, die digitale Inhalte mit dem Lebensmitteleinkauf verknüpft. Hervorgegangen ist Beetroute aus dem Münchner Gründungsumfeld rund um die UnternehmerTUM, wo das Team das XPLORE-Accelerator-Programm durchlief. Adressiert werden alle, die bewusster und schneller einkaufen wollen, ohne sich durch endlose Regale zu wühlen.
HereFor
Nahrungsergänzung als Spray und Gel, gemacht für den echten Alltag.
In Schwäbisch Gmünd will HereFor Supplements aus dem Küchenschrank holen. Das u.a. von Niklas Knödler gegründete Unternehmen setzt auf Nahrungsergänzungsmittel in Formaten, die man tatsächlich mitnimmt. Statt Pulver anrühren, Shaker suchen oder Kapseln schlucken kommen die Wirkstoffe als Mundspray und Mundgel. Die Idee dahinter ist laut Startup denkbar simpel. Ein Produkt soll sich so leicht in den Tag einfügen, dass man es auch wirklich benutzt, egal ob in der Sporttasche, im Auto oder in der Hosentasche.

