Moin {{Vorname | Foodies & Founders}},
dass Marken versuchen, im Lifestyle-Sektor stattzufinden, ist nichts Neues, aber die aktuelle Welle an âwearable Foodâ (entdeckt bei OMR) erreicht ein neues Level an Absurdität. Während Hellmannâs die Mayo-Tasche auf der London Fashion Week als (zugegebenermaĂen stylisches) Accessoire platziert, geht Cheetos den pragmatischen Weg: Eine Hose, an der man sich die orangefarbenen Finger ungestraft abwischen kann â endlich lĂśst mal jemand die echten Probleme der Menschheit.
Apropos Absurdität: Diese Woche war mit dem 1. April mal wieder der Tag fĂźr Kreative⌠nennen wir es mal âProduktideenâ (Ăbrigens falle ich Jahr fĂźr Jahr wieder auf die ersten Postings rein, bis ich feststelle, dass es doch sehr viele komische Neuprodukte vorgestellt werden). Wer wirklich den totalen Ăberblick Ăźber die Scherze der Lebensmittelindustrie haben will, der siehe hier, hier, hier, hier, hier und hier.
PS: Sharing is caring. Falls du jemanden kennst, der auch mehr Food-Innovation in seinem Postfach braucht: Einfach diesen Link weiterleiten genĂźgt. Danke dir fĂźr den Support und jetzt viel SpaĂ beim Lesen!

â Philipp
/STARTUPS
đĽ Reichweite ist das neue Kapital: âThe Green Deal Showâ startet auf YouTube. Das neue Showformat bringt nachhaltige B2C-Startups mit Creatoren zusammen, wobei nicht klassische Investments, sondern die geballte Community-Power im Fokus stehen. Influencer entscheiden hierbei direkt, welche grĂźnen Ideen sie durch ihre Reichweite groĂ machen und so den Markteintritt beschleunigen mĂśchten.
đĽ Veredeltes GemĂźse auf Expansionskurs: Verrano schlieĂt Finanzierungsrunde ab. Das Food-Startup aus Frankfurt sichert sich frisches Kapital von der BMH, Tobias Weber (CEO Weber Food Technology) und der Wurstmanufaktur Bedford. Mit dem neuen Know-how aus der Industrie und dem Ende der Bootstrapping-Phase soll die marktreife Technologie zur Veredelung von SteckrĂźbe, Sellerie und Bete nun den Weg aus der Gastronomie direkt in die Regale des Lebensmitteleinzelhandels ebnen.
đ Konsolidierung bei der Bio-Kiste: afreshed Ăźbernimmt etepetete. Das Ăśsterreichische Scale-up afreshed schluckt seinen deutschen Wettbewerber und langjähriges Vorbild etepetete, um die Expansion in den deutschen Markt massiv zu beschleunigen. Finanziert durch eine frische Millionenrunde, setzt das Wiener Team auf die etablierte Marke und den Kund*innenstamm der MĂźnchner, während die operative FĂźhrung nach Ăsterreich wandert. Ziel der Fusion ist es, die digitalisierte Logistik-Infrastruktur weiter auszubauen und das aktuell profitable Modell flächendeckend in der DACH-Region zu skalieren.
đ Prager-GastroTech Choice sammelt 7,1 Mio. Dollar ein. Das Prager Startup unterstĂźtzt Gastronomen dabei, ihre Abhängigkeit von Lieferplattformen wie Wolt oder Bolt zu verringern, indem es eigene Direktbestellkanäle optimiert. Mit dem frischen Kapital soll die LĂśsung skaliert werden, die Restaurants hilft, die hohen Kommissionen der Marktplätze (oft 15 bis 30 %) zu umgehen und die knappen Margen im Eigenvertrieb zu sichern.
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Knalle sucht eine*n People and Culture Manager*in.
/FUTURE FOOD

FarmInsect
𪰠Rßckschlag fßr die Insektenzucht: FarmInsect meldet Insolvenz an. Das oberbayerische Startup aus Bergkirchen, das spezialisierte Mastanlagen fßr die Schwarze Soldatenfliege an Landwirte vertreibt, hat ein Sanierungsverfahren eingeleitet. Während der vorläufige Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb stabilisiert und Gespräche mit Finanzierungspartnern fßhrt, sind die LÜhne der Belegschaft ßber das Insolvenzgeld abgesichert.
đ Insektenzucht-Startup Reploid sammelt 1,65 Mio. Euro per Crowdinvesting. Das Welser Scale-up, das Anlagen zur Mast der Schwarzen Soldatenfliege fĂźr die Tierfutter- und DĂźngemittelproduktion vertreibt, konnte seine Anleihe-Emission auf der Plattform Invesdor innerhalb weniger Tage vollständig Ăźberzeichnen. Mit dem frischen Kapital treibt das bĂśrsennotierte Unternehmen seine Expansion in Deutschland (Bayern, Sachsen) und Ăsterreich voran und plant eine weitere Verdopplung der Belegschaft.
đ Foodtech-500 bekanntgegeben. Forward Fooding hat die neueste Foodtech-500 Liste verĂśffentlicht und Ăśffnet die Bewerbung fĂźr die Edition 2026 seiner globalen Rangliste, die Startups und Scale-ups nach UnternehmensgrĂśĂe, digitalem FuĂabdruck und Nachhaltigkeit bewertet.
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Mississippi ist der erste US-Bundesstaat, der die Beschränkungen fßr kultiviertes Fleisch auf Milchprodukte ausdehnt.
Das Präzisionsfermentations-Startup Standing Ovation sammelt 30 Mio. Euro ein.
/BIG FOOD
đ¤ Unilever spaltet Lebensmittelsparte ab und fusioniert mit McCormick. In einem 45-Milliarden-Dollar-Deal trennt sich der KonsumgĂźterriese Unilever von seinem klassischen Food-Geschäft (Knorr, Hellmannâs, Pfanni), um sich kĂźnftig voll auf den wachstumsstarken Beauty- und Pflegebereich zu fokussieren. Das neue Gemeinschaftsunternehmen wird unter dem Namen McCormick gefĂźhrt, wobei Unilever zunächst 65% der Anteile hält. Damit reagiert CEO Fernando Fernandez auf den anhaltenden Druck von Investoren und das schwächelnde Wachstum bei verarbeiteten Lebensmitteln.
đśď¸ Just Spices beendet D2C-Ăra unter Kraft Heinz. Nach der Ăbernahme durch den US-Giganten stampft die einstige Love Brand im Juni ihren Online-Shop ein, da dieser wirtschaftlich nicht mehr tragfähig ist. Während der Umsatz 2024 deutlich sank, verlagert Kraft Heinz den Fokus voll auf den stationären Handel und degradiert das Web-Geschäft zum reinen Marketingkanal. Damit transformiert sich das ehemalige Startup-Vorzeigeprojekt endgĂźltig vom digitalen Trendsetter zum klassischen Regal-Produkt.
đ Innovation aus der Not: Kagome bringt Orangensaft ohne Orangen. Der japanische Getränkeriese reagiert auf explodierende Importkosten und Ernteausfälle in Brasilien mit einem technologischen Kniff: Unter dem Namen âBeyondâ vermarktet das Unternehmen einen Saft, der den Geschmack von Orangen rein durch eine Kombination aus gelben Karotten, Ăpfeln, Ananas und Zitronen imitiert. Da der Literpreis fĂźr echten Orangensaft in Japan seit 2020 um fast das Vierfache gestiegen ist, setzt Kagome auf diese preisstabile und verfĂźgbare Alternative, um die Versorgungssicherheit im Regal zu gewährleisten.
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Top & Flop F&B-Aktien dieser Woche
đ Ende des Namensstreits: Erdbeermarmelade darf jetzt offiziell so heiĂen. Eine neue Verordnung setzt eine Ăźberarbeitete EU-Richtlinie in deutsches Recht um und beendet die strikte Begrenzung des Begriffs âMarmeladeâ auf ZitrusfrĂźchte. Neben der alltagsnäheren Bezeichnung steigt auch der gesetzliche Mindestfruchtgehalt (von 350g auf 450g je Kilo), zudem mĂźssen die Ursprungsländer der FrĂźchte kĂźnftig detaillierter deklariert werden.
𼊠Streit um Schulessen: MAHA-Koalition warnt vor Fleisch-Offensive. US-Gesundheitsminister RFK Jr. und die Agrarministerin Brooke Rollins sehen sich Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt: Gesundheitsorganisationen der âMake America Healthy Againâ-Bewegung fordern, den Fokus in Schulen auf Ballaststoffe und lokale FrischkĂźche statt auf mehr tierisches Protein zu legen. Sie befĂźrchten, dass eine ErhĂśhung der Fleischquoten ohne radikale Reform der Beschaffung lediglich zu mehr hochverarbeiteten Produkten wie Chicken Nuggets auf den Tellern der Kinder fĂźhrt.
𩺠Perplexity Health: KI-Plattform vernetzt persĂśnliche Gesundheitsdaten. Perplexity launcht mit âPerplexity Healthâ eine neue Suite, die Wearable-Daten (Apple Health, Fitbit, Oura) und elektronische Patientenakten an einem Ort bĂźndelt. Nutzer kĂśnnen so personalisierte Analysen zu Laborergebnissen oder Symptomen erhalten, die auf verifizierter medizinischer Fachliteratur basieren. Die Anwendung ermĂśglicht zudem KI-gestĂźtzte Funktionen wie individuelle Trainingspläne oder die Vorbereitung von Arztbesuchen, wobei der Datenschutz durch VerschlĂźsselung und den Verzicht auf KI-Training mit Nutzer*innendaten gewährleistet werden soll.
𼤠Neuer Anlauf fĂźr die Limosteuer: Schleswig-Holstein bringt Bundesrats-Initiative ein. Die Landesregierung unter Daniel GĂźnther (CDU) fordert eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke, um Hersteller zu Rezepturänderungen zu bewegen und Mittel fĂźr die Jugend-Prävention zu generieren. Parallel dazu sieht der Antrag eine Altersgrenze von 16 Jahren fĂźr Energydrinks vor, während die Ernährungsindustrie (BVE) vor âpopulistischen ScheinlĂśsungenâ warnt und stattdessen mehr Fokus auf Ernährungsbildung fordert.
đľKampf gegen Preis-WillkĂźr: EU-Kommission prĂźft Verbot von territorialen Lieferbeschränkungen. Um die teils massiven Preisunterschiede fĂźr identische Markenprodukte innerhalb der EU zu beenden, hat BrĂźssel ein AnhĂśrungsverfahren eingeleitet. Der Handel (u.a. REWE, EDEKA, Lidl) fordert ein Ende der Praxis, nach der Hersteller den grenzĂźberschreitenden Einkauf unterbinden, was Verbraucher*innen jährlich rund 14 Mrd. Euro kosten soll. Die Markenhersteller (u.a. NestlĂŠ, Dr. Oetker) warnen hingegen vor einem âDiktat der niedrigsten Preiseâ, das lokale Marktbesonderheiten ignoriere. Während die Lobbyschlacht tobt, mahnt die Monopolkommission, dass gĂźnstigere Einkaufspreise im hochkonzentrierten deutschen Handel (90 % Marktanteil der Top 4) nicht zwangsläufig beim Kund*innen ankommen.
/FALLS DU ES VERPASST HAST
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Philipp Wolf
Marketeer, Innovations- & Startup Enthusiast, Podcaster and Founder of the Digital Food Hub swyytr.com.
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